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Basistyp Gymnastikhalle
Kernstück dieses Basistyps ist der hallenähnliche Bewegungsraum mit den lichten Raummaßen 15 m x 15 m x 5,5 m, erweiterbar z. B. im Falle ergänzender Schulsportnutzungen um eine weitere Halleneinheit auf 15 m x 30 m x 5,5 m. Mit diesen Größen wird eine deutlich höhere Nutzungsvielfalt als mit den bisherigen Normmaßen der Gymnastikraumtypen nach DIN 18032 erzielt, wobei die besondere Raumqualität in der Förderung von kleingruppenorientierten Freizeit- und Gesundheitssportangeboten zu sehen ist.
Um atmosphärische Eindrücke der Leichtigkeit und Transparenz zu vernitteln, ist der Hallenraum in seinen Eckzonen sowie an einer Längs- bzw. Querseite mit raumhohen Glaswänden ausgestattet, die einen ungehinderten Blick ins Freie oder in die angrenzenden Innenbereiche des Nebenraumtrakts zulassen. |
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Dadurch wird der Innenraum auf optimale Weise mit Tageslicht versorgt, das sowohl mit den bekannten gesundheitsfördernden Effekten verbunden ist, als auch wesentlich zur Reduzierung der Kunstlicht- Beleuchtung mit nicht unerheblichen Energiesparmöglichkeiten beiträgt.
Neben den Einflussfaktoren, die insbesondere aktivierende, belebende Wirkungen auslösen können, sollen auch Erlebnisqualitäten wie Geborgenheit, Sicherheit und Konzentration gefördert werden. Dieser Anforderung kommt die konzentrierende Symmetrie der Quadratform des Hallenraums entgegen. Sollte im Einzelfall eine Raumausdehnung mit der Tendenz zum ungleichseitigen Rechteck bevorzugt werden (z.B. bei Mannschaftsspielen oder bei Unterteilung in Einzelgruppen) bietet der Basistyp aufgrund seines flexiblen Wandsystems die Möglichkeit, entsprechende Maßverschiebungen vorzunehmen. In diesem Sinne kann bereits die multifunktionale Gerätenische genutzt werden, die gegenüber der Spiegelwand an der weitgehend geschlossenen Hallenseite die große Aktionsfläche des Hallenraums ergänzen soll. Von den spezifischen Anforderungen der zukünftigen Bauherrn und Betreiber wird es letztlich abhängen, wie offen oder geschlossen dieses Funktionsmodul auszustatten ist. Ähnliches gilt für die Zugangsnische in der Verbindungszone zum Umkleide-/Sanitärbereich.
Für den oberen Raumabschluss empfiehlt sich der Einbau eines gewölbten Tonnendachs mit unverkleideten Fachwerkbindern aus Holz. Das sichtbare Konstruktionssystem der Holzbinder wird ergänzt durch ein multifunktionales Abhängesystem für die erforderliche Heizungs-/und Lüftungstechnik, Kunstlichtbeleuchtung und Sportgeräteausstattung (Schaukeln, Seile, Netze, Klettersysteme u.ä.).
Die Statik des Dach- und Wandsystems ermöglicht zusätzlich das Abhängen einer weiteren Nutzungsebene in Form einer ca. 1,8 m breiten Galerie in den Randzonen der Gerätenische und der Verbindungszone zum Umkleide- und Sanitärbereich. Die Galerie ist bei erdgeschossigem Ausbaukonzept über eine ausklappbare Treppe erreichbar; im Falle der Aufstockung kann die feste Treppe vor dem Umkleidebereich benutzt werden. Die beiden stegartigen Galerieflächen bilden im Falle einer vertikalen Raumerweiterung des Basistyps eine mehrfach nutzbare Verbindungszone zwischen dem Hallenraum und den durch Aufstockung neu entstehenden Funktionsräumen.
Der Hallenboden ist bekanntlich das wichtigste "Sportgerät" und damit eines der am sorgfältigsten zu planenden Bauteile der Turn- und Mehrzweckhalle. Daher muss im konkreten Planungsfall eingehend geprüft werden, welcher der zahlreichen, von der Industrie bisher angebotenen Bodentypen die geeignetste Lösung darstellt.
Für die Schwerpunktnutzung des Basistyps "Gymnastikhalle" bietet sich in der Regel die Verwendung eines flächenelastischen Bodens mit Holzparkett- oder Linoleumoberfläche an, um ein Höchstmaß an gelenkschonendem Kräfteabbau zu erreichen. Damit wird der relativ hohen Empfindlichkeit der häufig untrainierten, bewegungsgehemmten oder auch körperlich behinderten Nutzergruppen dieses Hallentyps Rechnung getragen.
Im Falle einer Kombination mit dem kinderorientierten Hallentyp "Kinderturnhalle" ist zu überlegen, ob ein Bodenaufbau mit kombinierter Flächen- und Punktelastizität sinnvoller wäre. Damit könnten nachteilige Eigenschaften des rein flächenelastischen Schwingbodens ausgeglichen werden, der für Kinder aufgrund ihres geringeren Körpergewichts eine deutlich eingeschränkte Nachgiebigkeit des Bodens sowie in Folge der relativ harten Oberfläche eine geringere Schutzwirkung bei Stürzen bedeuten würde. Im Hallenboden sind folgende Verankerungselemente vorgesehen, um trotz des für diesen Basistyp vorgesehenen Nutzungsschwerpunkts ein hohes Maß an Multifunktionalität zu erreichen:
- 6 Bodenhülsen im Abstand von 2,30 m in der Mittelachse des Hallenraums für Steckrecks, Netzpfosten oder mobile Raumgrenzen (Netze oder Membranen),
- 4 Bodenanker für ein Spannreck, einen Spannstufenbarren oder sonstige Spanngeräte,
- 2 Bodenanker für mobile Sprossenwände.
Nebenräume/Erschliessungszonen
Die Besucher der Turn- und Mehrzweckhalle können die Anlage über einen großzügig dimensionierten Eingangsbereich mit offenem Anmelde- und Informationstresen und einladend gestalteter Aufenthalts- und Wartezone betreten. Die aus raumhohen Glaswänden bestehende Raumdecke der Mehrzweckhalle ermöglicht den ankommenden Besuchern erste Einblicke in den zentralen Nutzungsbereich der Sportstätte. Bei besonderen Veranstaltungen kann der Hallenraum direkt, ohne die Umkleide- und Sanitärräume zu benutzen, betreten werden. Unmittelbar am Eingangsbereich schließt die Funktionseinheit der Verwaltungs- und Personalräume an. Die ca. 52 qm große Raumzone ermöglicht je nach Bedarf unterschiedliche Grundrissgliederungen und kann durch Aufstockung um ca. 64 qm erweitert werden. |
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